Patrícia Pinheiro

Patrícia Pinheiro wuchs umgeben von Geschichten auf. Geprägt von der Erzählfreude ihres Großvaters und den mündlichen Gesangstraditionen Portugals entwickelte sie früh eine besondere Aufmerksamkeit fürs Zuhören – Musik wurde für sie ein Raum der Nähe.
Mit 21 Jahren zog sie von Portugal nach Deutschland und studierte an der HfMDK Frankfurt. Seitdem bewegt sich ihre künstlerische Arbeit zwischen Orchesterpraxis, zeitgenössischer Musik und offenen, interdisziplinären Formaten.

Sie arbeitete u. a. mit dem HR-Sinfonieorchester, dem MDR-Sinfonieorchester, Ensemble Modern, Ensemble Ulysses mit dem Ensemble Intercontemporain, der Klassischen Philharmonie Bonn, dem Anhaltischen Theater Dessau, dem Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, Ensemble Reflektor und dem Asambura Ensemble. Ihre Arbeit führte sie zu Festivals wie dem Festival Manifeste (Paris), dem Kunstfest Weimar, dem Lucerne Festival, den Berliner Festspielen und dem Warschauer Herbst.

Neben dem klassischen Konzertkontext interessiert sie sich besonders für Formate an der Schnittstelle von Musik, Improvisation und Elektronik, etwa in Produktionen wie Falstaff am Staatstheater Gießen und Solastalgia am Schauspiel Frankfurt. Als Gastmusikerin der Big Band des Hessischen Rundfunks Frankfurt erweiterte sie ihre Praxis in den Bereich Jazz und Bigband-Musik. Im Rahmen von Tarek Atouis Extended Playground an der GFZK Leipzig arbeitete sie mit Instrumenten jenseits ihres eigenen Hintergrunds, was ihre Praxis über die Oboe hinaus erweiterte und ihren spielerischen Zugang zu Klang und Performance prägte.

Aus dem TONALI-LAB heraus und später mit Unterstützung der Orchesterstiftung entwickelte sie ihr erstes Soloprojekt für Oboe I would… if I could get out of my head in Zusammenarbeit mit der Künstlerin Chiara Stuto, das weiterhin aufgeführt wird.
Patrícia war Akademistin der TONALI Bühnenakademie, wo sie À Mesa entwickelte – eine ortsspezifische Intervention in Portugal –, und absolvierte die International Ensemble Modern Academy mit einem Stipendium der Kunststiftung NRW. In diesem Jahr wurde sie als Stipendiatin der TRANSIENT Academy und der Concerto21 ausgewählt.

Erzählen bildet den Kern ihrer künstlerischen Arbeit – durch die Oboe ebenso wie durch kollaborative Prozesse, die Räume für Begegnung, Aufmerksamkeit und Empathie öffnen.

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